Welche Daten werden beim Web-Scraping von Preisen tatsächlich erfasst?

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Wenn man von Web-Scraping von Preisen, denkt man oft zunächst an den auf der Produktseite eines Mitbewerbers angezeigten Preis. Ein Preis allein vermittelt jedoch nur ein sehr unvollständiges Bild der tatsächlichen Wettbewerbsfähigkeit eines Angebots.

Ein Produkt, das mit 99 € ausgezeichnet ist, kann bei einem Händler sofort verfügbar sein, bei einem anderen ausverkauft sein oder von einem Drittanbieter auf einem Marktplatz mit hohen Versandkosten angeboten werden. Ebenso kann eine Preissenkung um 15 % einer neuen Preispositionierung entsprechen oder lediglich eine Sonderaktion sein, die nur für einige Stunden gilt.

In beiden Fällen ist die Preisaufstellung ist korrekt. Ihre Interpretation hingegen hängt ganz vom Kontext ab.

Genau aus diesem Grund beschränkt sich das Web-Scraping von Preisen in der Regel nicht darauf, lediglich einen Betrag zu erfassen. Je nach Bedarf können der angezeigte Preis und seine verschiedenen Bestandteile, Sonderangebote, die Verfügbarkeit, Versandkosten und Lieferzeiten, die Identität des Verkäufers, die Produktmerkmale sowie Datum und Uhrzeit der Erfassung erfasst werden. Weitere Informationen, wie beispielsweise die Entwicklung des Sortiments, Bewertungen oder die Anzahl der Kundenbewertungen, können die Analyse ebenfalls ergänzen.

Allerdings sind nicht alle diese Daten gleichermaßen nützlich. Der geeignete Erfassungsumfang hängt in erster Linie von den Preisentscheidungen ab, die das Unternehmen treffen möchte.

Welche Daten können durch Preis-Scraping erfasst werden?

Im Rahmen einer Preisbeobachtung lassen sich die wichtigsten erhobenen Daten in mehrere Kategorien einteilen:

– Preisangaben: aktueller Preis, ursprünglicher Preis oder durchgestrichener Preis;

– Sonderangebote: Rabatt, Gutschein, Bundle oder bedingtes Angebot;

– Verfügbarkeit: auf Lager, nicht vorrätig oder angekündigte Lieferfrist;

– die Lieferbedingungen: Kosten, Lieferfristen und voraussichtlicher Liefertermin;

-Informationen über den Verkäufer, insbesondere auf Marktplätzen;

– die für den Produktabgleich erforderlichen Identifikatoren und Attribute;

– Datum und Uhrzeit jeder Abholung, um einen Verlauf zu erstellen;

– Durchgestrichene Preise

– bestimmte zusätzliche Angaben, wie beispielsweise Bewertungen, die Anzahl der Bewertungen oder Ranglisten.

Mithilfe von Web-Scraping lässt sich die Erfassung dieser Informationen von den Seiten von E-Commerce-Websites und Marktplätzen automatisieren. Es darf jedoch nicht mit dem Web-Crawling verwechselt werden: Beim Crawling geht es in erster Linie darum , eine Website zu durchlaufen, deren Links zu verfolgen und die zu durchsuchenden Seiten oder URLs zu identifizieren, während das Scraping darauf abzielt, bestimmte Daten aus diesen Seiten zu extrahieren.

Je nach Struktur der Website können sich die gesuchten Informationen direkt im sichtbaren Inhalt der Seite oder in strukturierten Elementen ihres HTML-Codes bzw. ihres Quellcodes befinden.

Die Datenextraktion liefert jedoch Rohdaten. Bevor diese für eine Preisanalyse genutzt werden können, müssen sie in der Regel bereinigt, standardisiert, historisiert und den richtigen Produktreferenzen zugeordnet werden.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, erfahren Sie mehr über den Unterschied zwischen Web-Scraping und Web-Scrawling

Tarifdaten: weit mehr als nur ein Preis

Der Preis bleibt natürlich der zentrale Faktor bei der Wettbewerbsbeobachtung. Er ermöglicht es, verschiedene Handelsketten zu vergleichen, Preisunterschiede zu messen und die eigene Positionierung im Verhältnis zum Markt zu verfolgen.

Ein Produktdatenblatt kann jedoch mehrere unterschiedliche Werte enthalten.

Dabei kann es sich um einen Listenpreis, einen aktuell geltenden Preis, einen durchgestrichenen früheren Preis oder einen Preis handeln, der Mitgliedern eines Treueprogramms vorbehalten ist. Bei einigen Angeboten gilt zudem je nach gekaufter Menge ein unterschiedlicher Preis.

Wenn man all diese Informationen auf einen einzigen Wert reduziert, geht ein wesentlicher Teil des Kontexts verloren.

Nehmen wir beispielsweise an, ein Mitbewerber bietet ein Produkt für 50 € an, wobei der frühere Preis 65 € betrug. Der Betrag von 50 € entspricht zwar dem zum Zeitpunkt der Erhebung festgestellten Preis, doch das Wissen, dass es sich um einen reduzierten Preis handelt, ermöglicht eine andere Interpretation als bei einem seit mehreren Monaten unverändert bei 50 € festgelegten Dauerpreis.

Bei einer Preiserhebung ist es daher sinnvoll, – sofern die entsprechenden Informationen vorliegen – folgende Unterscheidungen zu treffen:

  • – der aktuelle Preis;
  • – der ursprüngliche Preis oder Referenzpreis;
  • – der durchgestrichene Preis;
  • – der Aktionspreis;
  • – gegebenenfalls den Stückpreis oder die mengenabhängigen Konditionen.

Diese Unterscheidung stellt den ersten Schritt dar, um zu vermeiden, dass geschäftliche Situationen verglichen werden, die nicht wirklich gleichwertig sind.

Sonderangebote und deren Bedingungen

Eine Preissenkung bei einem Wettbewerber muss nicht unbedingt als dauerhafte Änderung der Preisstrategie interpretiert werden.

Mithilfe von Web-Scraping lassen sich auch Informationen abrufen, anhand derer sich eine Werbeaktion näher beschreiben lässt: alter Preis, neuer Preis, Rabattprozentsatz, Gutschein, Kombi-Angebot, Mehrfachkauf oder befristete Aktion.

Diese Daten sind wichtig, da ein dauerhafter Preisrückgang von 15 % und ein drei Tage lang gültiger Rabatt von 15 % gleich aussehen können, wenn lediglich der Endpreis erfasst wird.

Dennoch erfordern sie nicht unbedingt dieselbe Reaktion.

Wenn eine Handelskette regelmäßig Preisnachlässe auf bestimmte Warengruppen gewährt, kann die Historie der Beobachtungen zudem auf einen wiederkehrenden Aktionsmechanismus hinweisen. Die festgestellten Preissenkungen entsprechen dann nicht unbedingt einer Änderung der grundlegenden Preispositionierung.

Durch die Unterscheidung zwischen dem regulären Preis und dem Aktionspreis lässt sich somit vermeiden, dass man zu voreilig auf einen vorübergehenden Preisrückgang reagiert und in manchen Fällen unnötig Margen einbüßt.

Verfügbarkeit und Lagerbestandsinformationen

Ein Preisvergleich reicht nicht immer aus, um die tatsächliche Wettbewerbsfähigkeit eines Angebots zu beurteilen. Allerdings muss das Produkt auch tatsächlich zum Kauf verfügbar sein.

Die Verfügbarkeit liefert somit eine wesentliche Information für die korrekte Interpretation der bei Wettbewerbern erfassten Preise. Sofern dies auf der Quellwebsite angegeben ist, können durch Scraping insbesondere folgende Informationen erfasst werden:

  • auf Lager;

  • nicht verfügbar;

  • begrenzte Stückzahl;

  • verspäteter Versand;

  • ab einem bestimmten Datum verfügbar;

  • angekündigte Lieferfrist vor dem Versand.

Das Ziel besteht nicht unbedingt darin, die genaue Anzahl der vom Wettbewerber vorrätigen Einheiten zu ermitteln, sondern zu verstehen, in welchem Umfang dem Verbraucher eine Verfügbarkeit präsentiert wird.

Diese Angabe ermöglicht es, die Preisauslegung differenzierter zu betrachten. Ein Angebot, das zu einem niedrigeren Preis ausgewiesen wird, aber vorübergehend nicht verfügbar ist, übt nicht denselben Wettbewerbsdruck aus wie ein sofort lieferbares Produkt.

Die Gegenüberstellung von Preis und Verfügbarkeit ermöglicht zudem ein besseres Verständnis bestimmter Marktentwicklungen. Ein gleichzeitiger Preisanstieg, der mit einer sinkenden Verfügbarkeit bei mehreren Anbietern einhergeht, kann beispielsweise auf eine Anspannung auf der Angebotsseite hindeuten. Umgekehrt kann ein isolierter Preisanstieg bei einem Wettbewerber, während die Preise der anderen stabil bleiben, auf eine unternehmensspezifische Strategie zurückzuführen sein.

Durch die Kombination von Preis und Verfügbarkeit lässt sich somit ein genaueres Bild der Wettbewerbslage gewinnen.

Versandkosten und Lieferfristen

Der auf dem Produktblatt angegebene Preis entspricht nicht immer den endgültigen Kosten, die dem Verbraucher entstehen.

Zwei Wettbewerber können beispielsweise dasselbe Produkt für 48 € bzw. 50 € anbieten. Das erste Angebot erscheint zunächst wettbewerbsfähiger. Wenn jedoch Versandkosten in Höhe von 5 € hinzukommen, während der Versand beim zweiten Angebot bereits im Preis inbegriffen ist, ändert sich das Bild sofort.

Sofern diese Informationen aus der überwachten Quelle verfügbar sind, kann die Datenerhebung daher Folgendes umfassen:

  • – die Versandkosten;
  • -die Bedingungen für eine kostenlose Lieferung;
  • – die angekündigten Fristen;
  • – der voraussichtliche Liefertermin.

Diese Daten gewinnen insbesondere in den Kategorien an Bedeutung, in denen die Liefergeschwindigkeit maßgeblich zum Wert des Angebots beiträgt.

Bei gleichem Preis stellen eine Lieferung am nächsten Tag und eine Lieferung innerhalb von acht Tagen nicht dasselbe Angebot dar.

Anhand der Kosten und Lieferbedingungen lässt sich somit nicht nur der Nennpreis vergleichen, sondern auch das Angebot, das dem Kunden tatsächlich unterbreitet wird.

Auf einem Marktplatz ist die Identität des Verkäufers von entscheidender Bedeutung

Die Datenerfassung auf Marktplätzen wird komplexer, da ein und dieselbe Artikelnummer gleichzeitig von mehreren Verkäufern angeboten werden kann.

Die Plattform selbst kann das Produkt vertreiben, während mehrere Drittanbieter dieselbe Artikelnummer zu unterschiedlichen Preisen anbieten, jeweils mit eigenen Lagerbeständen, Versandkosten und Lieferzeiten.

In diesem Zusammenhang ist die Identität des Verkäufers eine unverzichtbare Angabe.

Ohne diese Information könnte eine Preissenkung durch einen Drittanbieter fälschlicherweise als Preisänderung seitens des Marktplatzes selbst oder seitens des Wettbewerbers interpretiert werden, dem das Unternehmen tatsächlich folgen möchte.

Auch die Anzahl der Anbieter, die dasselbe Produkt anbieten, kann einen interessanten Hinweis liefern. Das Hinzukommen neuer Anbieter kann den Wettbewerbsdruck verstärken, während ein Rückgang der Anzahl der Angebote mit einer geringeren Verfügbarkeit einhergehen kann.

Anstatt lediglich zu vermerken, dass ein Produkt für „79 €“ angeboten wird, werden die Daten somit wesentlich aussagekräftiger, wenn sie zusätzlich folgende Informationen enthalten:

  • – das betreffende Produkt;
  • – der Verkäufer;
  • – der Preis;
  • – die Verfügbarkeit;
  • – die Lieferbedingungen;
  • – das Datum des Auszugs.

Der Preis ist kein isolierter Wert mehr. Er wird zu einer kontextbezogenen Betrachtung.

Mithilfe der Produktattribute lassen sich die passenden Artikelnummern vergleichen

Auch wenn der Preis korrekt erfasst wurde, ist die Analyse dennoch fehlerhaft, wenn zwei unterschiedliche Produkte miteinander verglichen werden.

Durch Web-Scraping werden somit auch die für den Produktabgleich erforderlichen Informationen erfasst.

Je nach Kategorie kann es sich dabei um Folgendes handeln:

  • – die Marke;
  • – die Artikelnummer oder das Modell;
  • – die EAN, sofern verfügbar;
  • – die Größe oder das Format;
  • – das Fassungsvermögen;
  • – die Farbe;
  • – die Abmessungen;
  • – die Kapazität;
  • -bestimmte technische Merkmale;
  • – das mitgelieferte Zubehör;
  • – die Garantie;
  • – die Variante;
  • -die Zusammensetzung eines Bundles.

Anhand dieser Attribute lässt sich feststellen, ob zwei Vertriebsdatensätze tatsächlich dasselbe Angebot betreffen.

Zwei Geräte mit fast identischen Bezeichnungen können sich beispielsweise hinsichtlich ihrer Kapazität, einer bestimmten Funktion oder des mitgelieferten Zubehörs unterscheiden. Wenn der Vergleich ausschließlich auf der Bezeichnung basiert, besteht die Gefahr, dass der festgestellte Unterschied als Preisunterschied interpretiert wird, obwohl er zum Teil auf einen Produktunterschied zurückzuführen ist.

Die Schwierigkeit nimmt zu, wenn jeder Einzelhändler seine eigene Nomenklatur verwendet, wenn Standardkennungen fehlen oder wenn bestimmte Artikel in Form spezieller Packungen vermarktet werden.

Sobald die Daten erfasst sind, können automatisierte Abgleichsysteme verschiedene Merkmale heranziehen, um die wahrscheinlichsten Übereinstimmungen zu ermitteln. Künstliche Intelligenz kann insbesondere dabei helfen, Fälle zu bearbeiten, in denen eine eindeutige Kennung nicht ausreicht.

Dieser Schritt hängt jedoch von der Qualität der verfügbaren Informationen ab. Fehlen die wesentlichen Merkmale, anhand derer sich zwei Referenzen unterscheiden lassen, oder sind diese fehlerhaft, bleibt der Abgleich unzuverlässig.

Ein Fehler bei der Zuordnung kann somit dazu führen, dass ein Mitbewerber als günstiger erscheint, obwohl das verglichene Produkt schlichtweg nicht gleichwertig ist.

Anhand von Datum und Uhrzeit der Erfassung lässt sich eine Chronologie erstellen

Eine Preisinformation hat je nach dem Zeitpunkt, zu dem sie festgestellt wurde, einen unterschiedlichen Wert.

Ein Preis von 79,99 € lässt sich erst dann wirklich sinnvoll nutzen, wenn er mit einem Datum und – je nach Bedarf – einer Abholzeit verknüpft ist.

Indem die Erhebungen wiederholt und alle Beobachtungen gespeichert werden, lässt sich eine Preisentwicklung nachverfolgen.

Anhand dieser Chronik lassen sich anschließend folgende Aspekte untersuchen:

  • – die Häufigkeit der Änderungen;
  • – das Ausmaß der Schwankungen;
  • – die Laufzeit eines Preises;
  • – die Rückkehr zu einem früheren Tarif;
  • -die Wiederholung von Sonderangeboten;
  • – die Reaktionsgeschwindigkeit der verschiedenen Wettbewerber.

Hier ist zwischen den erhobenen Daten und dem nach der Analyse ermittelten Indikator zu unterscheiden.

Der Scraper kann beispielsweise erfassen, dass ein Produkt am Montag um 9 Uhr 80 € kostete, am Montag um 16 Uhr 72 € und am Dienstagmorgen wieder 80 €. Aus der Analyse dieser aufeinanderfolgenden Beobachtungen lässt sich dann der Schluss ziehen, dass eine kurzfristige Sonderaktion stattgefunden hat.

Beim Scraping werden also mit Zeitstempel versehene Beobachtungen erfasst. Durch die Historisierung wird diese Abfolge anschließend in verwertbare Informationen über das Preisverhalten umgewandelt.

Wie oft sollten die Preise erfasst werden?

Es gibt keine ideale Häufigkeit, die für alle Kategorien und alle Produkte gleichermaßen gilt.

Eine tägliche Erfassung kann ausreichend sein, wenn sich die Kurse nur geringfügig verändern. Bei einer besonders volatilen Kategorie besteht hingegen die Gefahr, dass durch denselben Erfassungsrhythmus ein Großteil der Kursbewegungen übersehen wird.

Zwei Preisabfragen im Abstand von 24 Stunden können beispielsweise genau denselben Preis anzeigen, während der Wettbewerber diesen zwischenzeitlich mehrmals geändert hat.

Umgekehrt garantiert eine systematische Erhöhung der Anzahl der Durchläufe keine bessere Analyse.

Sehr häufige Bestandserfassungen bei mehreren hunderttausend Artikeln führen zu einem raschen Anstieg der zu lagernden, zu kontrollierenden und zu verarbeitenden Mengen.

Die Häufigkeit muss daher an den Informationswert der gesuchten Daten angepasst werden. Bestseller, besonders häufig verglichene Artikel, Lockartikel oder Artikel, die für das Preisimage von strategischer Bedeutung sind, können eine häufigere Überwachung rechtfertigen. Bei sehr stabilen Artikeln liefert eine hohe Überwachungshäufigkeit oft nur wenige zusätzliche Informationen.

Das Scraping kann auch Änderungen im Sortiment nachverfolgen

Die Wettbewerbsbeobachtung beschränkt sich nicht nur auf bereits bekannte Produkte.

Wenn man die Kataloge regelmäßig durchblättert, lassen sich zudem gewisse Änderungen im Sortiment feststellen:

  • -Aufnahme neuer Artikelnummern;
  • -Fehlbestände;
  • -Zunahme oder Abnahme der Anzahl der Varianten;
  • -Entwicklung der Tiefe einer Kategorie;
  • – Einführung neuer Marken oder Produktreihen.

Diese Informationen gewinnen besonders an Bedeutung, wenn sie mit den Tarifdaten abgeglichen werden.

Ein Wettbewerber kann beispielsweise bei einigen gut sichtbaren Artikeln sehr aggressive Preise anbieten, während er bei dem Rest seines Sortiments eine weitaus weniger offensive Positionierung beibehält. Eine Analyse, die auf einer zu kleinen Stichprobe basiert, würde daher ein unvollständiges Bild seiner Strategie vermitteln.

Umgekehrt kann die Einführung zahlreicher neuer Produkte in einem Segment darauf hindeuten, dass ein Marktteilnehmer seine Präsenz in dieser Kategorie ausbaut.

Die Sortimentsüberwachung trägt somit dazu bei, Preisbewegungen im Kontext des tatsächlich verfügbaren Angebots einzuordnen.

Bewertungen, Rezensionen und Ranglisten können die Informationen zum Preis ergänzen

Bewertungen, die Anzahl der Kundenrezensionen oder bestimmte Marktplatz-Rankings stehen nicht immer im Mittelpunkt einer Preisumfrage.

Sie können der Analyse jedoch zusätzliche Hintergründe liefern.

Ein Wettbewerber, der 5 % günstiger ist, dessen Bewertungen sich jedoch verschlechtern und dessen Lieferzeiten sich verlängern, stellt nicht unbedingt dieselbe Bedrohung dar wie ein günstigerer Anbieter, der sofort verfügbar ist und sehr gute Bewertungen vorweisen kann.

Umgekehrt kann ein etwas höherer Preis akzeptabel sein, wenn das Angebot einen besseren Ruf genießt oder ein als überlegener empfundenes Einkaufserlebnis bietet.

Diese Angaben sollten jedoch lediglich als ergänzende Hinweise dienen. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, den anzuwendenden Preis direkt festzulegen, sondern zu verhindern, dass die Wettbewerbsfähigkeit eines Angebots allein aufgrund des angegebenen Betrags geschmälert wird.

Von der Webseite zu verwertbaren Preisdaten

Beim Scraping werden Informationen aus den überwachten Quellen abgerufen. Dabei entsteht nicht automatisch eine Datenbank, die für die Festlegung eines Preises genutzt werden kann.

Zwischen der Webseite und der Preisanalyse können mehrere Verarbeitungsschritte erforderlich sein:

Webseite → Extraktion → Rohdaten → Bereinigung → Normalisierung → Dublettenbereinigung → Produktabgleich → Historisierung → Preisanalyse

Die Datenbereinigung dient insbesondere dazu, fehlerhafte Werte zu korrigieren oder zu entfernen und fehlende Daten zu behandeln.

Durch die Standardisierung lassen sich Informationen, die je nach Website unterschiedlich dargestellt werden können, miteinander vergleichen.

Durch das Matching werden die konkurrierenden Beobachtungen den richtigen internen Referenzen zugeordnet.

Die Historisierung speichert die aufeinanderfolgenden Änderungen, um eine zeitliche Analyse zu ermöglichen.

Die Datenqualität hängt zu einem großen Teil von dieser Phase ab.

Ein korrekt erfasster Preis, der jedoch dem falschen Produkt zugeordnet ist, bleibt unbrauchbar. Eine als Dauerpreis gespeicherte Sonderaktion verfälscht die Preisentwicklung. Ein nicht erkannter Lieferengpass kann dazu führen, dass ein nicht verfügbares Angebot als das beste Angebot auf dem Markt angezeigt wird. Auf einem Marktplatz führt die Zuordnung des Preises eines Drittanbieters zum falschen Anbieter zu derselben Art von Fehler.

Sobald diese Informationen aufbereitet sind, können sie in Preisgestaltungslösungen, Analysetools, Business-Intelligence-Systeme oder spezifische Analysen einfließen.

Die Verknüpfung mit internen Daten sorgt anschließend für eine weitere Ebene.

Durch die Verknüpfung der Beobachtungen der Wettbewerber mit den eigenen Preisen, Kosten, Margen, Absatzmengen oder Produktsegmenten lässt sich der Schritt von der bloßen Marktbeobachtung hin zu Informationen vollziehen, die direkt in die Entscheidungsfindung einfließen können.

Eine Preisdifferenz von 5 % wird beispielsweise bei einem Artikel mit hoher Marge, einem Produkt, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidend ist, oder einem Artikel, der gegenüber Wettbewerbsbewegungen wenig empfindlich ist, nicht unbedingt gleichermaßen interpretiert.

Müssen alle Daten erfasst werden?

Nein.

Mithilfe von Scraping-Technologien lassen sich sehr große Mengen an Informationen erfassen; doch bedeutet eine größere Datenerfassung nicht automatisch, dass die Analyse dadurch besser wird.

Jedes zusätzliche Attribut muss anschließend überprüft, gespeichert, historisiert und auswertbar gemacht werden.

Der geeignete Umfang hängt somit vom jeweiligen Ziel ab.

Für bestimmte Anforderungen können drei Angaben einen Großteil der Analyse abdecken:

  • – der Preis;
  • – die Werbung;
  • – die Verfügbarkeit.

In anderen Fällen ist es erforderlich, die Versandkosten, den Verkäufer, detaillierte technische Angaben oder eine wesentlich häufigere Aktualisierung der Produktgeschichte anzugeben.

Die gleiche Logik gilt auch für den Umfang der Überwachung.

Die Verfolgung eines Gesamtpreisindexes für mehrere Tausend Artikel und die Erkennung von Preisänderungen bei 300 strategisch wichtigen Produkten innerhalb weniger Stunden sind zwei unterschiedliche Aufgaben. Sie erfordern weder die gleiche Erfassungshäufigkeit noch denselben Detaillierungsgrad.

Der Umfang des Scrapings muss daher anhand der angestrebten Entscheidung festgelegt werden und nicht einfach anhand aller Informationen, die technisch abrufbar sind.

Welche Daten müssen für die Preisgestaltung tatsächlich erhoben werden?

Es gibt keine einheitliche Liste, die für alle Unternehmen gilt.

Dennoch gibt es bei vielen Systemen zur Tarifüberwachung eine gemeinsame Grundlage:

Der Preis, zur Messung der Wettbewerbsposition.

Der Werbecharakter des Angebots, um eine vorübergehende Preissenkung von einem neuen Preisniveau zu unterscheiden.

Die Verfügbarkeit, um zu vermeiden, dass ein Angebot als Referenz herangezogen wird, das tatsächlich nicht erworben werden kann.

Datum und Uhrzeit der Erfassung, um jede Beobachtung zeitlich einzuordnen und einen Verlauf zu erstellen.

Die Angaben, die eine korrekte Identifizierung des Produkts ermöglichen, um Fehler bei der Zuordnung zu vermeiden.

Je nach Kontext sind weitere Daten unerlässlich.

Auf einem Marktplatz ist die Identität des Verkäufers von entscheidender Bedeutung. Wenn die Versandkosten den Endpreis stark beeinflussen, müssen sie einbezogen werden. Wenn Produkte zahlreiche Varianten aufweisen, gewinnen die technischen Merkmale an Bedeutung. Bei Kategorien mit starken Preisschwankungen kann eine detailliertere Historie erforderlich sein.

Der Überwachungsgrad kann auch innerhalb eines einzelnen Katalogs variieren.

Ein Produkt, das häufig zum Vergleich herangezogen wird oder für das Preisimage von großer Bedeutung ist, erfordert oft eine detailliertere Datenerhebung als ein Produkt, das nur in geringem Maße dem Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist.

Die Logik besteht also darin, die Daten entsprechend ihrem tatsächlichen Nutzen für die Entscheidungsfindung zu priorisieren.

Beim Web-Scraping von Preisen werden vor allem die Kontextinformationen zu den Preisen erfasst

Beim Web-Scraping von Preisen geht es nicht lediglich darum, die von Wettbewerbern angezeigten Preise zu erfassen.

Damit ein Preis tatsächlich in einer Analyse verwendet werden kann, muss man oft wissen, zu welchem Produkt er gehört, wer ihn anbietet, zu welchem Zeitpunkt er erfasst wurde, ob er Gegenstand einer Werbeaktion ist, ob er verfügbar ist und unter welchen Bedingungen er erworben werden kann.

Produktattribute sorgen für einen zuverlässigeren Abgleich. Verfügbarkeitsinformationen verhindern, dass Angebote als Referenz herangezogen werden, die tatsächlich nicht erworben werden können. Anhand von Aktionsdaten lässt sich eine vorübergehende Entwicklung von einer Änderung der Positionierung unterscheiden. Zeitstempel und Historienaufzeichnung ermöglichen schließlich die Analyse von Schwankungen im Zeitverlauf.

Zu diesen wesentlichen Informationen können je nach Bedarf die Versandkosten und Lieferfristen, die Identität des Verkäufers, Sortimentsänderungen, Anmerkungen oder weitere ergänzende Hinweise hinzukommen.

Dennoch bedeutet eine umfangreichere Datenerhebung nicht automatisch eine bessere Analyse.

Ein großes Datenvolumen gleicht weder eine fehlerhafte Zuordnung noch veraltete Informationen, noch eine falsch zugeordnete Werbeaktion noch einen aus dem Zusammenhang gerissenen Preis aus.

Die richtige Frage lautet daher nicht: „Welche Daten können wir scrapen?“

Die Frage lautet vielmehr: „Welche Daten benötigen wir, um den Preis eines Mitbewerbers richtig einzuschätzen und zu entscheiden, ob wir darauf reagieren sollten?“

Auf der Grundlage dieser Entscheidung müssen die zu überwachenden Quellen, die zu erfassenden Informationen, die Häufigkeit der Erhebungen und der erforderliche Detaillierungsgrad festgelegt werden.

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